Nach Umbau und Neugestaltung informiete ich mich mit den Mitgliedern des CDU-Vorstandes der Ortsunion Bevergern über die wichtige Arbeit der Einrichtung.
Seit dem Umbau 2018 und der Diskussion um den Verbleib der historisch wertvollen Fenster der ehemaligen Kapelle im Haus St. Antonius in Bevergern ist wieder Ruhe eingekehrt um das historische Gebäude im Herzen der alten Burgenstadt. Viele Bevergerner fragen sich allerdings regelmäßig: „Was passiert eigentlich dort, wer wird behandelt und wie kommt man dorthin?“ Die neue Einrichtungsleiterin Dipl. Psychologin Julia Hülsmann nahm sich nun viel Zeit für die Gäste und erläuterte während einer Führung in der Einrichtung und beim anschließenden Gespräch ausführlich die wichtige Arbeit vor Ort und beantwortete geduldig die vielen Fragen der durchaus beeindruckten Gäste. Hierbei erklärte Hülsmann, dass es sich beim Haus St. Antonius um eine Rehabilitationseinrichtung für psychisch erkrankte Menschen handelt . Das Haus, Träger ist seit 1981 der Caritasverband Rheine, wurde 1986 zum Wohnheim umgebaut. Seit 1993 wurde die Einrichtung als Reha-Einrichtung anerkannt. Aktuell verfügt es über 32 stationäre Einzelzimmer und zwei ambulante Behandlungsplätze in insgesamt vier Wohnbereichen. Alle Zimmer wurden zu Einzelzimmern, eingebunden in Wohnbereichen, in denen mehrere Rehabilitanden in einer Art WG den Alltag gemeinsam bestreiten. Die Küche wurde als Lehrküche neugestaltet und ein heller ansprechender Meditationsraum entstand in der ehemaligen Kapelle. Dort bestaunten die Besucher auch die sehr gelungene Lösung des Erhalts der verbliebenen historischen Kapellenfenster. „Hier habt ihr eine optische sehr ansprechende und tolle Lösung gefunden“, so Ortsvorsteher Löchte. Der schöne zentrale Innenhof lädt ein zum Verweilen an frischer Luft und im Eingangsraum kann gemütlich in der Tageszeitung geblättert werden. „Ein Zimmer haben wir auch probeweise mit Begleithund vergeben“, erzählt die Dipl. Psychologin Julia Hülsmann. Die Einrichtung ist von allen Leistungsträgern (Deutsche Rentenversicherung, Krankenkasse, Landschaftsverband,) anerkannt. Eine Reha dauert zuerst drei Monate und wird in der Regel auf neun Monate verlängert. Dabei sind Heimfahrten an den Wochenenden durchaus üblich.
„Die Menschen, die zu uns kommen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen,“ erklärt Julia Hülsmann. „Es muss eine Stabilität vorliegen und sie müssen, wenn vor Aufnahme eine Suchtbegleiterkrankung bestand, abstinent sein.“ „Wir sind keine Akutklinik. Überwiegend bekommen wir Menschen mit einer langen Krankheitszeit, die eine weitere längerfristig angelegte Therapie benötigen. “ Die Erkrankungsbilder sind beispielsweise: Depressionen, Angststörungen und Mobbing-Erfahrungen. Immer mehr junge Menschen seien betroffen, weiß die Einrichtungsleiterin zu berichten. Die Hintergründe, warum es vermehrt junge Menschen trifft, liegen oft tiefgründiger in der gesellschaftlichen und familiären Entwicklung der Betroffenen und stimmten die Gäste durchaus nachdenklich, wie diese Problematiken schon frühzeitig erkannt und gegengesteuert werden könnte.
Im Haus wird ein breites Angebot an Therapieansätzen eingesetzt, um den Rehabilitanden auf dem Weg in ein normales, selbstbestimmtes Leben und zurück auf den ersten Arbeitsmarkt zu helfen. Dabei helfen auch die vielen psychoedukativen Therapiegruppen, die therapeutischen Einzelgespräche, sowie die Angebote der Ergo- und Arbeitstherapie. Auch ein eigener Fitnessraum steht zur Verfügung.
Das Fachpersonal mit einem Team aus Ärzten, Psychologen, Sozialarbeitern, Sozialpädagogen und weiteren Therapeuten arbeitet mit modernen, leitliniengestützten Therapieverfahren. Sie möchten die Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit stärken und zur Wiederaufnahme von Aktivitäten ermutigen. Dabei spielen auch die Bevölkerung und die Betriebe in Bevergern und Hörstel mit, die immer wieder Praktika und Vorbereitungszeiten für einen Berufseinstieg anbieten. Manchmal hat das sogar schon zu einem Arbeitsangebot geführt, das angenommen wurde.
Wichtig ist aber auch das gemeinsame Essen. Die Rehabilitanden planen die Mahlzeiten mit und bereiten die Speisen in der Lehrküche unter der Anleitung der Wirtschafterinnen auch zu. Neue Angebote gibt es auch immer wieder mal: Aktuell ein Fünfjahresprojekt zum Thema „Garten“, das von der biologischen Station des Kreises Steinfurt begleitet wird.
Beim Rundgang im Außenbereich wurde natürlich auch über die Streuobstwiese gesprochen. Hier befand ich, gebe es durchaus Ansatzpunkte, diese in der Zukunft einmal im Sinne eines Gemeinschaftsprojektes mit Interessierten aus dem Ort niedrigschwellig weiter zu entwickeln, um so auch die Verbindung zu den örtlichen Strukturen zu verdeutlichen und ein Bewusstsein für die wertvolle Arbeit der Einrichtung und die Hintergründe zu schaffen.

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